 In dieser Szene noch obenauf, dann mit 'Gelb-Rot' vom Platz: Horst Russ |
Am 9. Spieltag hat der SV Viktoria 01 nach fünf Spielen ohne Niederlage keine Punkte holen können. Im Spitzenspiel gegen den Drittplatzierten der Hessenliga, den FSV Fernwald, verloren die Blau-Weißen vor 450 Zuschauern im Stadion am Schönbusch mit 1:2.
Der Spielverlauf ist leicht beschrieben: Zwei Mannschaft, die es durchaus verstehen Fußball zu spielen, mit Chancen hüben wie drüben und am Ende ein glücklicher Gewinner aus Mittelhessen. Kritisch zu sehen ist jedoch die Leistung des Unparteiischen, Volker Höpp aus Randstadt. Schickte dieser doch zwei Aschaffenburger durch zweifelhafte Entscheidungen frühzeitig zum duschen. In der 83. Minute traf es erst Horst Russ: Nach einem Gerangel um den Ball, geht Russ im Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter will hier eine Schwalb gesehen haben und zeigte dem Stürmer die zweite „Gelbe“. Für Simon Schmidt war dann in der 89. Minute früher Feierabend als geplant: Schmidt wird gefoult und kämpft mit dem Schiedsrichter-Pfiff noch um den Ball – was der Schiedsrichter als „nachtreten“ wertete und glatt „Rot“ gab.
Zum Spielverlauf: In der ersten Hälfte hatte der SVA durch Russ, Horr, Fries und Fiordellisi die besseren Chancen, der FSV nur zu Beginn der Partie mit einem Lattentreffer gefährlich – ansonsten hatte Döbert keine Probleme mit den Angriffsbemühungen der Hessen. Die zweite Hälfte begann ungünstig für den SVA. Gleich nach Wiederanpfiff fällt das 1:0 für den FSV. Danach tat sich die Lack-Truppe schwer, kam dann ab der 60. Minute jedoch besser ins Spiel. Die logische Folge war der Ausgleich durch Simon Schmidt, der nach einem abgeprallten Torschuss von Russ eiskalt versenkte. Die Führung der Fernwalder dann in der 82. Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß aus gut 20 Metern, der genau ins obere linke Eck einschlug und Döbert keine Chance ließ.
„Wir sind auf einen gut eingestellten Gegner getroffen, der sehr kompakt stand – von uns kam in der ein oder anderen Situation einfach zu wenig“, sagte SVA-Trainer Peter Lack nach dem Spiel und haderte mit den zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheidungen. „Wer im nächsten Spiel aufläuft, muss ich erst mal schauen. Immerhin haben wir durch die roten Karten und die Verletzung von Fries doch Ausfälle zu beklagen.“ In der 40. Minute war Matthias Fries mit einer Zerrung vom Platz gegangen.
FSV-Trainer Bulut sah zwei Mannschaften auf Augenhöhe, mit dem glücklicheren Ende für sein Team: „Wir wären mit einem Punkt in Aschaffenburg zufrieden gewesen, aber wir hatten heute einfach mehr Glück.“
Das zweite Topspiel in der Hessenliga zwischen dem Vierten aus Baunatal und Tabellenführer Eschborn konnten die Frankfurter mit 2:0 für sich entscheiden. Der OFC II hat sich mit einem 2:0-Sieg in Lohfelden ebenfalls der Spitzengruppe angeschlossen.
Am kommenden Samstag, 23. September ist der SVA bei der Eintracht Wetzlar gefragt, die derzeit auf dem 16. Tabellenplatz gegen den Abstieg kämpft.
Aufstellung: Döbert - Fries (ab 42. Noe), Wosiek, Blocher, Saufhaus (ab 86. Trippel) - Bienek (ab 56. Cheron), Fiordellisi, Horr, Bachmann - Schmidt, Russ.
Zuschauer: 450
Tore: 0:1 Ehser (48.), 1:1 Schmidt (69.), 1:2 Simon (84.)
Schiedsrichter: Höpp (Ranstadt)
Gelb-Rote-Karte: Russ (86.); Rote Karte: Schmidt (89.)
(17.09.11, Text: Sven Wahl, Fotos: Moritz Hahn)