Am 04.08.2010 fand bei dem Amtsgericht Aschaffenburg unter vergleichsweiser großer Beteiligung die mit Spannung erwartete Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren des SV Viktoria 01 Aschaffenburg e.V. statt.
Der Insolvenzverwalter Nikolaus Ackermann berichtete den anwesenden oder vertretenen 40 von insgesamt 96 Gläubigern zum bisherigen Verfahrensverlauf und stellte in Kurzform seinen 40-seitigen Insolvenzplan vor. Auf diese 40 Gläubiger entfielen immerhin ca. 75 % der gesamten angemeldeten Forderungen.
Nach kurzer Aussprache ging die sitzungsleitende Rechtspflegerin Andrea Dümig zur Abstimmung über die Annahme des Insolvenzplans über. Die an sich notwendige Gruppenabstimmung der Gläubiger konnte entfallen, da auf Nachfrage etwas überraschend spontan alle anwesenden Gläubiger erklärten, dem Insolvenzplan zuzustimmen.
Damit ist der Insolvenzplan angenommen und die Grundlage für die Fortsetzung und Sanierung des Vereins geschaffen.
Die einstimmige Zustimmung der Gläubiger darf als großer Vertrauensbeweis gewertet werden. Hierfür sprach Nikolaus Ackermann allen Gläubigern seinen Dank aus, betonte aber gleichzeitig, dass der Verein nun die sich aus dem Insolvenzplan ergebenden Verpflichtungen innerhalb der vorgesehenen Fristen erfüllen muss. Erst dann wird das mit dem Planverfahren verfolgte Ziel erreicht sein. Altschulden würden den SV Viktoria 01 dann nicht mehr belasten.
Auch der Präsident Michael Schuch bedankte sich im Namen des Vereins bei Gläubigern und Verwalter.
Mit dem Abschluss des gerichtlichen Verfahrens kann nach jetzigem Stand voraussichtlich bereits Ende August gerechnet werden. In der Folge muss nur noch in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein Beschluss über die Fortführung des Vereins gefasst werden. Diese Versammlung soll nach derzeitiger Planung des Verwalters und des Präsidenten in der zweiten Septemberhälfte stattfinden. Auf der Tagesordnung dürften dann auch Satzungsänderungen und Vorstandswahlen stehen.
Das Thema „Insolvenz“ könnte danach schon endgültig der Vergangenheit angehören.
Unbeschadet hiervon muss der Verein auf Dauer seinen laufenden Verpflichtungen aus dem Spielbetrieb nachkommen können. Auch wenn in Zusammenarbeit zwischen dem Insolvenzverwalter, dem Präsidium und der sportlichen Leitung die Kosten bereits drastisch reduziert werden konnten, wird die Viktoria auch zukünftig nicht in der Lage sein, sie allein aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern und Zuschüssen zu bestreiten. Sie bleibt also auf ergänzende Unterstützung von Sponsoren und Werbepartnern angewiesen. Diese muss Sie jetzt verstärkt ansprechen und von neuen Konzepten überzeugen. Sie können jetzt die Gewissheit haben, dass ihre Zuwendungen voll in den Neuanfang der Viktoria fließen werden.