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Schuhwechsel, Elfmeter und Russ sichern fulminanten Sieg
1. FC Eschborn - SVA 3:5 (3:1)
Ein Elfmeter gehalten: Ricardo Döbert
Ein Elfmeter gehalten: Ricardo Döbert
Was für ein Spiel in Eschborn, was für eine Aufholjagd des SVA. Beim Tabellenführer der Hessenliga, dem 1. FC Eschborn siegte der SV Viktoria 01 am Samstag, 27. August nach einem 1:3-Rückstand zur Halbzeit mit 5:3. Dabei standen drei Spieler bei der Viktoria im Mittelpunkt: Torwart Ricardo Döbert, sowie die Offensivkräfte Horst Russ und Giulio Fiordellisi.

Aber von Anfang an: Schon in der zweiten Minute zappelte der Ball erstmals im SVA-Tor. Eiskalt erwischt, Führung für Eschborn. Auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte war der Tabellenführer die bessere Mannschaft. Dennoch in der 30. Minute - nach schöner Vorlage von Giulio Fiordellisi - der Ausgleich für die Viktoria durch Steffen Bachmann. Beeindrucken ließen sich die Eschborner dadurch jedoch nicht. In der 37. Minute wieder die Führung für die Hausherren durch einen direkt verwandelten Freistoß aus zwanzig Metern, in der 43. Minute das 3:1 durch einen Konter.

Unglücklich sah bei allen Treffern SVA-Torhüter Ricardo Döbert aus. Wo das Problem lag, klärte Trainer Peter Lack in der Pressekonferenz nach dem Spiel auf: Der 20-jährige lief bei regnerischen Wetter mit einem für einen Torwart ungeeigneten Schuhwerk auf - kurze Nocken, anstatt Stollen. „Mit diesen Schuhen ist er in einigen Situationen nicht richtig weggekommen“, sagte Lack.

Drei Tore geschossen: Horst Russ
Drei Tore geschossen: Horst Russ
In der Halbzeit dann der Schuhwechsel für Döbert und ein Wechsel der Einstellung bei der gesamten Mannschaft. Topmotiviert und mit dem Willen dem Spiel noch eine Wende zu geben, ging der SVA ab der ersten Minute der zweiten Halbzeit auf die Eschborner los. Prompt der Lohn: Russ trifft in der 48. Minute nach Flanke von Fiordellisi mit seinem ersten Saisontreffer zum 3:2.

Dann die vielleicht spielentscheidende Szene in der 56. Minute: ein Eschborner Angreifer läuft auf den SVA-Kasten zu, mit dabei Thomas Jäger, der den Eschborner im „16er“ zu Fall bringt. Klare Sache, Elfmeter für die Hessen. Özer tritt an, will den Ball ins linke, untere Eck knallen - doch Döbert hält mit neuem Schuhwerk und super Reaktion den Ball und damit den SVA im Spiel.

'Hier geht doch noch was', dachten sich nicht nur die mitgereisten Viktoria-Fans, sondern auch die Mannschaft drehte nun noch mal richtig auf. In der 66. Minute eine ähnliche Szene wie schon beim 1:1-Ausgleich - nur gab Bachmann diesmal die Vorlage für Fiordellisi, der zum 3:3 ausgleicht. Bereits in der 61. Minute war Daniel Cheron nach überstandener Verletzungspause für Matthias Bienek zu seinem Saisondebüt gekommen.

Dann ein wunderschöner Spielzug in 72. Minute: Fiordellisi am Strafraum der Eschborner mit der Hake auf Cheron, der flankt in den Fünfmeterraum, wo Russ mit seinen 1,88 Meter den Ball mit dem Kopf zum 4:3 für die Viktoria in die Maschen hämmert. Wieder war es der 34-jährige Stürmer der in 83. Minute nach Flanke von Fiordellisi mit seinem dritten Treffer zum 5:3 den SVA-Sieg perfekt machte.

Was für ein Spiel, was für eine Mannschaft! Döbert, der mit neuem Schuhwerk, einem gehaltenen Elfmeter und super Reaktionen die Viktoria in der zweiten Halbzeit im Spiel hielt; ein überragender Russ, der mit drei Treffern und viel Laufpensum maßgeblich zum Sieg beitrug; ein sensationeller Fiordellisi, der an allen fünf Treffern beteiligt war bzw. das 3:3 selbst erzielte; vor allem aber eine spiel- und charakterstarke Mannschaft, die trotz 1:3-Rückstand den Willen zum Sieg niemals verloren hatte.

'Glaubt an euch, wenn wir das 3:2 machen, ist hier noch was drin', hatte Trainer Lack in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden, welche die Mannschaft auch einszueins umsetzte. Russ bringt es nach dem Spiel auf den Punkt und steht beispielhaft für den Charakter der Mannschaft: 'Ich habe trotz 1:3-Rückstand immer an den Sieg geglaubt. Unsere Mannschaft ist einfach spielstark und sicherlich eines der besten Teams in der Hessenliga. Wir machen beim Tabellenführer in einer Halbzeit vier Tore - einfach überragend!'

Am Mittwoch steht um 19:30 Uhr das Nachholspiel bei Eintracht Stadtallendorf an. Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass bei einem Sieg mit zwei Toren Differenz sogar der Platz an der Sonne drin ist - die Tabellenspitze der Hessenliga.

Aufstellung: Döbert - Saufhaus, Wosiek, Jäger, Fries - Horr (C), Schmidt (89. Ermert), Bachmann, Bienek (61. Cheron), Fiordellisi - Russ (88. Blocher)

Tore: 1:0 D. Talijan (2.), 1:1 Bachmann (30.), 2:1 Hertlein (37.), 3:1 Özer (43.), 3:2 Russ (48.), 3:3 Fiordellisi (66.), 3:4 Russ (72.), 3:5 Russ (83.)

Schiedsrichter: Michael Dutschmann (Solms)

Zuschauer: 250

Besonderes Vorkommnis: Döbert hält Foulelfmeter von Özer (56.)

(27.08.11, Text: Sven Wahl; Fotos: Moritz Hahn)

 
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